Geschichte von Saltsjöbaden
Geschichte von Saltsjöbaden
Stockholm wächst
Da die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts in Stockholm durch ein rasantes Bevölkerungswachstum gekennzeichnet war, nahm die Bautätigkeit stark zu, und es entstanden mehrere Villensiedlungen rund um die Stadt. Die Arbeiterklasse drängte sich in die Elendsviertel der Innenstadt, während das wohlhabendere Bürgertum aus der Stadt wegzog. Neue Wohnideale und unzureichende sanitäre Verhältnisse waren dabei gravierender als der Wohnungsmangel selbst.
Fotograf: Erik Holmberg/Museum für Schifffahrtsgeschichte
Da die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts in Stockholm durch ein rasantes Bevölkerungswachstum gekennzeichnet war, nahm die Bautätigkeit stark zu, und es entstanden mehrere Villensiedlungen rund um die Stadt. Die Arbeiterklasse drängte sich in die Elendsviertel der Innenstadt, während das wohlhabendere Bürgertum aus der Stadt wegzog. Neue Wohnideale und unzureichende sanitäre Verhältnisse waren dabei gravierender als der Wohnungsmangel selbst.
Fotograf: Erik Holmberg/Museum für Schifffahrtsgeschichte
Die Geschäftsidee Saltsjöbaden
Die Geschäftsidee Saltsjöbaden entstand, als der Finanzier K.A. Wallenberg und der Industrielle Ernest Thiel mit ihren Familien Urlaub im beliebten Badeort Trouville-sur-Mer in Nordwestfrankreich machten. Sie waren fasziniert von der lebhaften französischen Küste mit ihren schönen Häusern, Restaurants, der Eisenbahn und den eleganten Hotels. Diese Inspiration führte zu der Idee, in ihrer Heimatstadt Stockholm ein ebenso charmantes Seebad zu errichten. Es
gab Diskussionen, und es ist bekannt, dass K.A. Wallenbergs Halbbrüder Gustaf, Oscar und Marcus vehement gegen die Umsetzung des Projekts waren. Sie hielten es für ein zu hohes finanzielles Risiko. Der
Legende nach Saltsjöbaden auf eine Wette zwischen den Wallenberg-Brüdern und Ernest Thiel zurück. Knut Agathon Wallenberg lud alle in sein Sommerhaus auf Djurgården ein, wo er die geniale Idee eines Wettbewerbs entwickelte. Wer vom Dach des Badehauses am weitesten ins Wasser sprang, sollte entscheiden, ob das Projekt realisiert werden sollte. Ernest Thiel, der zusammen mit Knut zu den zielstrebigsten Köpfen gehörte, wagte den Sprung ins kalte Wasser und ging am weitesten. So wurden die Pläne in die Tat umgesetzt, und schon bald konnten die Stockholmer einen exklusiven Badeort besuchen, um die salzigen Bäder, die malerische Umgebung und die frische Luft zu genießen.
Nun galt es, den richtigen Standort zu finden. Zunächst fand man ein geeignetes Gebiet an der Ostseeküste in der Gemeinde Tyresö, doch dann erhielt man einen Tipp bezüglich der Gemeinde Nacka und eines Gebiets zwischen Baggensfjärden, Lännerstasundet und Erstaviken. Die vielen Sonnenstunden sollen ausschlaggebend gewesen sein, und am 4. Juli 1889 unterzeichnete K.A. Wallenberg den Kaufvertrag über 250.000 SEK. Kurz darauf wurde auch der Antrag für den Bau einer Eisenbahnlinie gestellt. Zum Zeitpunkt des Landkaufs lebten etwa 75 Menschen in dem dicht bewaldeten Gebiet mit tiefen Tälern, Berggipfeln und Verwerfungssteilwänden, das später den Namen Saltsjöbaden .
Abbildung unten: Illustration der Eisenbahnlinie um die Jahrhundertwende.