Das Gefühl des Advents
Advent. Warten. Hoffnung. Sehnsucht.
Wenige Worte erfüllen mich mit so viel Frieden, Freude und Vorfreude wie der Advent. Ich liebe diese Zeit. Brennende Kerzen, die Wärme eines Kaminfeuers. Der Duft von Tanne, Kiefer, Safran und Glühwein. Weihnachtsmusik. Weihnachtsspaß mit den Kindern. Die Schönheit, die jede dunkle Ecke nun in Licht und Hoffnung erstrahlen lässt.
Ich mag das Gefühl , dass wir im Advent am Beginn von etwas Neuem stehen, dass da ein unausgesprochenes Versprechen einer anderen Zeit ist. Dass ein ganz neues, noch ungelebtes Jahr vor uns liegt und dass alles möglich ist. Alles kann von Neuem beginnen und etwas anderes, etwas Besseres werden. Vielleicht brauche ich dieses Gefühl dieses Jahr mehr denn je.
Ich bin ein unverbesserlicher Optimist. Ich sehe das Glas immer halb voll. Wenn es am dunkelsten ist, denke ich, dass es jetzt nur noch bergauf gehen kann, vorwärts, besser werden. Ich glaube fest daran, dass das Licht im Tunnel wirklich ein Licht ist – und kein entgegenkommender Zug.
Ich muss jedoch zugeben, dass in den letzten Monaten selbst mein unerschütterlicher Optimismus einen Dämpfer erlitten hat.
Es war frustrierend, die Menschen, die man so gerne treffen möchte, nicht umarmen zu können. Nicht unbesorgt mit Menschen, die man mag, in der Stadt essen zu können.
Es ist deprimierend, Kollegen nur noch in unscharfen Teams-Meetings zu sehen und nicht mehr wie gewohnt bei einer Tasse Kaffee im Pausenraum „Wie geht’s?“ sagen zu können. Neue Mitarbeiter einzuarbeiten ist schwierig, wenn alle im Homeoffice arbeiten. Und die Kreativität leidet darunter, dass alle hinter Bildschirmen sitzen und man nicht mehr gemeinsam Notizen machen kann.
Gleichzeitig hat sich der Alltag außerhalb meiner kleinen Blase für viele andere noch viel stärker verändert.
„Ich glaube fest daran, dass das Licht im Tunnel wirklich ein Licht ist – und kein entgegenkommender Zug.“
Menschen sind erkrankt und mussten lange Zeit in Reha-Einrichtungen verbringen. Manche haben Angehörige verloren, andere ihre Arbeit oder wurden entlassen. Viele mussten jeden Cent zweimal umdrehen, um finanziell über die Runden zu kommen. Unternehmer haben Aufträge oder gar ihre Existenzgrundlage verloren. Konferenzsäle im ganzen Land sind leer, junge Menschen drängen nicht auf den Arbeitsmarkt, und die Hotel- und Gastronomiebranche liegt am Boden. Die Welt, der Alltag, mein Leben und das Leben anderer sind in vielerlei Hinsicht grauer, leerer, stiller und eingeschränkter geworden. Gleichzeitig ist mein Leben aber auch ein bisschen leichter geworden, das Tempo etwas langsamer, der Stress etwas geringer.
Diesen Herbst habe ich gespürt, wie meine Schultern langsam wieder in ihre natürliche Position gesunken sind. Mein Blick findet plötzlich wieder einen Ruhepunkt in der Ferne am Horizont. Ich kann jeden Tag nach draußen gehen und den Vögeln beim Zwitschern zuhören. Und auf seltsame Weise fühle ich mich befreiter. Ich möchte dieses Gefühl bewahren, auch wenn die jetzige Zeit vorbei ist.
Ich weiß, dass nicht jeder in diesem Herbst die Möglichkeit hatte, zur Ruhe zu kommen. Ich weiß, dass die Freunde hier im Haus, Vår Gård, es in vielerlei Hinsicht in den letzten Monaten schwer und schwierig hatten. Ich weiß, dass es Sorgen, Trauer und Ungewissheit über die Zukunft gab. Ich weiß, dass sich Resignation eingeschlichen hat.
Ich weiß aber auch, dass wir Menschen uns in Krisenzeiten darauf konzentrieren, diese gemeinsam zu bewältigen und die Höhen und Tiefen zu meistern. Wir bilden eine starke und selbstbewusste Führung und wünschen einander und dem Unternehmen alles Gute. Wir streben danach, noch besser zu werden und noch stolzer auf unsere Arbeit zu sein.
In Krisenzeiten bereitet man sich einfach darauf vor, danach noch stärker zu sein. Genau so ist es hier bei Vår Gård .
Ich weiß, dass, sobald die Pandemie in eine neue Phase eintritt und persönliche Begegnungen wieder möglich sind, die Sehnsucht nach einem persönlichen Treffen, nach einem Erlebnis für Leib und Seele, ganz oben auf der Wunschliste stehen wird. Dann werden Vår Gård , uns alle willkommen zu heißen, die wir uns danach sehnen, wieder miteinander zu reden, zu lachen, uns zu treffen, zu reisen, zu umarmen, zu essen, zu feiern, uns zu berühren und berührt zu werden.
In diesem Advent möchte ich mich daher einem Gedanken besonders widmen. Jeder Tag, der vergeht, bringt uns dem Ende dessen, was wir gerade erleben, einen Tag näher. Und jeder Tag, der vergeht, bringt uns dem näher, was uns danach erwartet.
Ein neues, noch ungelebtes Jahr steht bevor, und darin ist alles möglich. Alles kann von vorn beginnen und anders, besser werden – wenn wir es nur wollen. Denn am Ende des Tunnels gibt es Licht.
Pass gut auf dich und deine Lieben auf. Vor allem wünsche ich dir eine zauberhafte Adventszeit, eine Zeit des Wartens und der Hoffnung.
Anna Wennerstrand, Leiterin Kommunikation und Marke
Genossenschaftsverband Wirtschaftsverband